Couperose und 5 Fakten, die ihr über diese tückische Hauterkrankung wissen solltet

Die Diagnose „Couperose“ habe ich das erste Mal vor ungefähr 3 Jahren von meiner Hautärztin erfahren und es klang für mich wie ein böses Urteil.

„Wie bitte? Was habe ich? Couperose?“ – ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Begriff erst mal richtig aussprechen konnte. „Sie müssen jetzt wahnsinnig aufpassen - keine Sonne, keine Durchblutungserregende Getränke und Speisen, keine Peelings, Gesichtsmasken etc.“ – die Liste der verbotenen Sachen war sehr lang...

In meinem Kopf wirbelten tausende Gedanken herum - wieso bin gerade ich betroffen? Konnte man dieser Krankheit vorbeugen? Wie kann ich jetzt mein Gesicht pflegen?

In den folgenden Jahren habe ich mehrere ausführliche Gespräche mit vielen Ärzten geführt, habe eine Menge Informationen und Studien studiert und bin mittlerweile bestens über die Couperose und ihre „große Schwester“ Rosacea informiert.

Ich habe mehrere Pflegesysteme getestet, bin vorsichtiger und sorgfältiger mit der Auswahl von Beautyprodukten geworden und musste meinen Lebensstil dementsprechend anpassen. Der erste Schock ist längst vorbei und ich kann sagen, dass ich diese Hautkrankheit fast im Griff habe. Natürlich kommt es gelegentlich zu Ausbrüchen, ich versuche dann aber schnell zu reagieren und wende meine SOS-Therapien zur Hautberuhigung an.

Allerdings habe ich festgestellt, dass viele Frauen über Couperose bzw. Rosacea wenig oder gar nicht informiert sind und oft nicht die ersten Anzeichen dieser tückischen Krankheit bemerken. Deshalb möchte ich in diesem Post die wichtigsten Merkmale der Couperose / Rosacea kurz zusammenstellen und euch meine Erfahrungen mitteilen:

Woher kommt die Couperose und was ist der Auslöser?
Das weiß leider kein Mensch! Die Ärzte vermuten, dass die Veranlagung dazu erblich ist, wobei das noch keine Studien zu 100% bestätigt haben. Es zählen mehrere Umweltfaktoren und andere Einflüsse wie: UV-Licht, psychischer Stress, hormonelle Schwankungen und sogar Immunitätsstörungen dazu. Das alles ist, wie gesagt, sehr individuell und kann (muss aber nicht!) zur Erkrankung führen.

Ich habe sehr viel nachgedacht, wieso und wann genau Couperose bei mir aufgetreten ist und konnte es nicht wirklich nachvollziehen. Der einzige Faktor, der sich bestätigt hat, war tatsächlich Stress. Ich hatte schwierige Zeiten hinter mir und, wer weiß, vielleicht war das tatsächlich einer der vielen Auslöser. Also, versucht in allen Lebenssituation entspannt zu bleiben (leicht gesagt!) und keep calm and love...

Wer muss besonders aufpassen und ab welchem Alter?
Rosacea tritt meist erst nach dem 30. Lebensjahr auf, so wie es auch bei mir der Fall war. Alleine in Deutschland sind ca. 4 Millionen Menschen davon betroffen, besonders die Menschen mit heller Haut und blauen Augen – und Frauen häufiger als Männer.

Was genau passiert mit meiner Haut? Wie erkenne ich, dass ich an Rosacea erkrank bin?
Es fängt meistens ziemlich harmlos an - man merkt, dass die Wangen oder das Kinn ohne besonderem Grund rot werden. Diese Rötungen sind flächig und von der Farbe her intensiv rot. Es wird immer schwieriger, diese mit Make Up abzudecken, besonders wenn man das Make Up mit leichten Texturen benutzt. Im fortgeschrittenem Stadium kommen noch kleine Pickelchen und Pustelchen dazu und man hat das Gefühl, dass man wieder in die Pubertät einsteigt. Versucht man diese Pickelchen selbständig mittels Peelings oder Masken zu behandeln, bekommt man oft noch die schlimmere Folgen, nämlich Entzündungen auf der gesamten Fläche.

Therapie: was hilft gegen die Rötungen? Ist die Krankheit überhaupt heilbar?

Die schlechte Nachricht: Couperose und Rosacea sind chronische Krankheiten und sind bisher leider nicht heilbar.

Die gute Nachricht: die Forschung bleibt nicht stehen und es gibt mittlerweile verschiedene Methoden und Therapien, welche uns helfen die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Allerdings würde ich als allererstes empfehlen, sich unbedingt beim Dermatologen vorzustellen, damit es genau untersucht werden kann und die Diagnose festgestellt wird. Der Arzt wird sich aufgrund der Untersuchungen und abhängig vom Stadium der Krankheit für die entsprechenden Maßnahmen entscheiden. Oft werden spezielle entzündungshemmende Cremes oder Gels angewendet. Dazu gibt es noch verschiedene Treatments wie Laserbehandlungen oder sanfte Peelings. Manchmal wird aber auch die Anwendung von Antibiotika notwendig.

Ich z.B. war in den ersten Monaten nach der Diagnoseerstellung ständig in medizinisch-kosmetischer Behandlung, wo ich regelmäßig spezielle Masken zur Hautberuhigung bekommen habe. Zusätzlich musste ich eine speziell für mich in der Apotheke angefertigte Creme gegen Entzündungen anwenden.

Was muss ich ab sofort bei der Pflege und der Ernährung beachten?
Wie ich bereits erwähnt habe, sollte man bei Rosacea auf mehrere Sachen im Leben achten, damit man die Krankheitsausbrüche vermeiden kann. Sehr wichtig ist, immer den entsprechenden Sonnenschutz mit einem hohen SPF-Faktor aufzutragen und das Gesicht am besten komplett vor Sonne zu schützen. Ich habe meistens eine Gesichtspflege mit SPF 30 angewendet. Meine Ärztin empfiehlt mir sogar SPF 50 – die benutze ich aber nur im Urlaub.

Ich verwende meist für meine Gesichtspflege nur Spezialprodukte, die fettfrei sind und meine Haut beruhigen. Auf Pflegeprodukten, die als Inhaltsstoffe Alkohol oder ätherische Öle enthalten, sollte man lieber verzichten, da diese die Haut noch mehr reizen können.

Grundsätzlich gilt bei der Therapie, dass man auf Kaffee, Alkohol (ganz besonders Prosecco und Champagner!), stark gewürzte Speisen (bye bye Thai-Küche!) und auf alles, was die Durchblutung anregt, verzichten soll. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob man sich ab und zu, zu einem „Seitensprung“ erlauben kann. Ich jedenfalls genieße nach wie vor jeden Morgen meine Tasse Kaffee. Es bleibt allerdings bei mir nur bei dieser einen Tasse am Tag.

Im nächsten Artikel werdet ihr mehr über mein Pflegeritual bei Couperose, und welche Pflegeprodukte ich genau dafür benutze, erfahren.

Foto: Robert Niedring 

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